Hundeschule Herzog

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"Kastration "  Was bedeutet es für den Hund !

                                                                                                        Elli und Paula

 

Leider gehört eine Kastration für einen Hund momentan fast schon zum Standardprogramm,

obwohl es laut § 6 des Tierschutzgesetzes ein Amputationsverbot gibt.

Das Gesetz besagt, dass es ein generelles Verbot in Deutschland gibt einem Tier ein Organ zu

entfernen nur um es z. B. besser erziehen zukönnen.

So sind auch Übernahmeverträge, die zu einer Kastration verpflichten, sittenwidrig

und somit ungültig.

 

Wird ein Hund, egal welchen Geschlechts, vor Beendigung der pubertären Phase kastriert, hat das negative Folgen für die Gesundheit des Tieres und leider auch für dessen Sozialverhalten.

 

Die Sexualhormone wirken im Gehirn nicht nur auf das Sexualvermögen des Hundes.

Östrogen und auch teilweise Testosteron sind beteiligt an der Umstrukturierung des Gehirns. Das ist wichtig für die soziale Kompetenz, soziale Intelligenz und die Fähigkeit Stress zu verarbeiten.

Es ist schön zu beobachten, wie Hündinnen in den ersten Lebensjahren mit jeder Läufigkeit erwachsener werden. Um die pubertäre Phase erfolgreich zu durchlaufen, braucht eine Hündin mindestens 2-3 Läufigkeiten.

Generell sind Hunde, die sehr früh kastriert wurden meist kindsköpfig und planlos.

 

 

Die Hündin

 

Der Chip zur medikamentösen Kastration ist in Deutschland bei Hündinnen noch nicht zugelassen,

befindet sich aber in der Zulassungsphase (GnRH Down Regulation).

 

Die Hormonspritze unterdrückt mit starken Nebenwirkungen die Läufigkeit der Hündin.

Sie fördert die Entstehung von krankhaften Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut, woraus die gefürchtete Pyometra ( Gebärmutterentzündung) resultieren kann.

Einige Hündinnen, die so hormonell über einen längeren Zeitraum behandelt wurden, entwickeln Tumore am Gesäuge und Zysten an der Gebärmutter.

Die Hormonspritze begünstigt den Gesäugekrebs und kann Diabetes mellitus auslösen.

Nebenniereninsuffizienz und das Cushing-Syndrom können ebenso Folgen des häufigen "Wegspritzens" sein.

 

Bei einer operativen Kastration werden die Eierstöcke und manchmal die Gebärmutter des Hundes aus prophylaktischen Gründen (Gebärmutterentzündung/Krebs) mit entfernt. Entweder durch die Eröffnung des Bauchraumes oder endoskopisch unter Vollnarkose.

 

 Gründe für eine Kastration bei einer Hündin können sein:

  • Akuterkrankungen der Geschlechtsorgane
  • Diabetes mellitus
  • bei wiederholten ausgeprägten Scheinschwangerschaften mit Milchbildung und negativen Auswirkungen auf das Verhalten und die Psyche (eine Scheinschwangerschaft ist keine Erkrankung und kann erstmal durch Ablenkung und homöopathische Mittel behandelt werden)
  • bei hormonell bedingten Ohrenerkrankungen (sehr selten)
  • leider in Auffangstationen, wo geschlechtsreife Tiere in Gruppenverbänden leben

 

Es ist fraglich eine Hündin aus medizinisch vorsorglichen Gründen zu kastrieren !

 

Etwa 20 Hündinnen von 1000 entwickeln überhaupt ein Gesäugetumor.

Für diese kleine Gruppe sinkt das Risiko je früher kastriet wird.

 

 

Neuste Studien zeigen, dass es andere Risikofaktoren zur Entstehung von Gesäugetumore gibt.

  • zu eiweißreiche und /oder zu energiereiche Fütterung
  • Fettleibigkeit im ersten Lebensjahr der Hündin
  • ein- oder mehrmalige hormonelle Unterdrückung der Läufigkeit durch Spritzen

 

Ein weiterer Grund, der genannt wird, ist die Angst vor einer Gebärmutterentzündung oder einer Gebärmuttervereiterung.

Häufig wird die sogenannte Pyometra zu spät erkannt und so zu einem ernsten Notfall.

Sie beginnt oft am Ende der Läufigkeit oder nach einem hormonellen Schwangerschaftsabbruch.

Da ein Sekretabfluss nicht immer vorhanden ist, wird sie eventuell erst Wochen später erkannt.

Symptome wie Temperaturanstieg, vermehrtes Trinken, häufiges Urinieren, Appetitlosigkeit und somit Gewichtsverlust werden übersehen.

Aber darf man vorsorglich ein Organ entnehmen um eine Pyometra zu verhindern?

Wäre es nicht besser den Hundehalter für diese Erkrankung zu sensibilisieren und seine Hündin in den ersten acht Wochen nach der Läufigkeit zu beobachten?

 

Die Scheinschwangerschaften und Scheinmutterschaften sind für viele ein Grund eine Hündin zu kastrieren.

Dabei handelt es sich per se erstmal um ein völlig physiologisches Verhalten. 

Allerdings hat eine Hündin, die von einer schweren Scheinschwangerschaft in die Nächste fällt, auch nicht viel Spaß am Leben.

Die Scheinschwangerschaft dauert circa 2 Monate und wird von vielen Hundebesitzern gar nicht

wahrgenommen. Die Hündinnen sind häufig nur verschmuster und ruhiger.

Darauf folgt die Scheinmutterschaft. Durch den Einfluss von Prolaktin (Elternhormon) werden die Hündinnen auf Jungtierbetreuung eingestimmt. Dieses wird direkt über die Sinnesorgane aktiviert, z.B. durch die Anwesenheit eines Welpen. Das Gesäuge schwillt an und es kommt zur Milchproduktion. Die Hündinnen graben Wurfhöhlen und hüten Stofftiere.

Eine Garantie dafür, dass eine Hündin nach einer Kastration keine Scheinmutterschaft mehr bekommt, gibt es aber nicht.

 

 

Gesundheitliche Veränderungen bei Hündinnen bedingt durch eine Kastration

 

  • Fellveränderung                                    
  • Gewichtszunahme                                
  • vermehrter Hunger                            
  • Harntröpfeln (Inkontinenz )         
  • Fehlentwicklung  des Skeletts
  • Kreuzbandrisse,  Ellenbogen und Hüftprobleme
  • Neigung zu  Hormonstörungen der Schilddrüse und der Nebennierenrinde
  • Tumore im Knochen, Milz oder Herz
  • Demenz im Alter (je früher die Kastration, desto höher das Risiko)

 

 

Kastration als Argument der Verhaltenskontrolle

 

Aggressionskontrolle ist nur bei Hündinnen aussichtsreich, die überwiegend oder ausschließlich um den Zeitpunkt der Läufigkeit aggressiv reagieren.

 

Bei Hündinnen, die das ganze Jahr über aggressiv und insbesonders gegen Rüden auftreten, wird sich nach einer Kastration das Verhalten verschlimmern. Das gilt besonders für Hündinnen, die "rüdenhaft" beim Markieren das Bein heben.

 

Kastriert man unsichere oder ängstliche  Hunde, egal welchen Geschlechts, wird sich dieses Verhalten ebenso verstärken. So verhält es sich auch mit Angst-, Unsicherheits- und Panikaggression.

 

Auch wird durch eine Kastration eine Verhaltensweise, die mit Eifersucht, Jungtierverteidigung oder Partnerschutz zu tun hat, nichts ändern.

 

Bei jagdlich stark motivierten Hündinnen wird sich nach einer Kastration das Jagdverhalten leider auch nicht verbessern, es wird eher zunehmen.

 

Übrigens kommen Hündinnen nicht in die Wechsljahre und sind noch im hohem Alter fruchtbar!

 

 

 Tipp:

Schaut doch mal unter" Tiere suchen ein Zuhause"-Kastration-Hündin